Konsumbrot

Staubie hat mir geschrieben:

Hallo Bäcker Süpke.
Ich gehöre auch zu der fleißigen “selber-Brot-back”-Gemeinde. Jetzt wurde ich gefragt, ob ich nicht mal son “Ossi”-Brot von früher backen könnte, jenes, daß mal 51 Pfennig gekostet hat. Ich hab keine Ahnung, welches des sein könnte, oder was da drin war. Könnten Sie mir da vielleicht weiterhelfen?
Liebe Grüße
staubie

Na klar kann ich das!

Ich hätte natürlich nie gedacht, dass sich mal jemand nach dem Konsumbrot (sprich: Konnsumm) zurück sehnen könnte. Immerhin gab es da ja viel Spott dafür. Wie ein Lied mit dem Text:

…wieder einer Tod vom Konsumbrot…

ganz zu schweigen von dem abgewandeltem Werbeslogan:

Konsumbrot – Auf diese Steine können Sie bauen!

Wobei natürlich auch interessant ist, dass dieser Spruch ja aus einer West-Werbung ist. Da kann man mal sehen wie uns die West-Werbung im Osten geläufig war….

Dabei war der schlechte Ruf des Konsumbrotes gar nicht IMMER gerechtfertigt. Konsumbrot hieß es, weil es in einer der Bäckereien der Konsum Genossenschaften hergestellt wurde. Diese Bäckereien waren industrielle Großbäckereien und nötig um die Bevölkerung ausreichend mit Backwaren zu versorgen. Da es staatlich verordnete Preise für Backwaren gab, war das Bäckerhandwerk zusammen gebrochen. Man versuchte in den 80er Jahren durch Subventionen und Erleichterungen wieder mehr Handwerks- Bäckereien zu bekommen. Da man an dem Brot für 51 Pfennige bzw 93 Pfennig für das 3 Pfund als Bäcker nichts verdient hat, gab es die Brotprämie. Sie wurde am Ende des Jahres auf das verbackene Mehl (außer 405er) gezahlt. Ohne diese Prämie hatte es zur Wende gar keine eigenständigen Bäckereien mehr gegeben. Wieso haben dann die Bäcker überhaupt Brote und Brötchen gebacken? Weil sie sonst ihre Erlaubnis entzogen bekommen hätten. Die Folge dieser Politik war, dass es für die privaten Bauern (also jeder LPG Bauer hatte so ein bis 10 Schweine zu Hause) billiger war Brote zu verfüttern als Schrot. Das wurde dann auch genutzt. Eigentlich war es auch billiger die Schweine zu verkaufen und dann das Fleisch wieder vom Fleischer zurück zu kaufen.

Aber Heute gibt es immer noch so seltsame Subventionen.

Konsumbrot 1,2 kg Teig (1Stück)

  • Sauerteig
  • 50 g Anstellgut vom reifen Sauerteig
  • 200 g Roggenmehl 1150
  • 200 ml Wasser

Stehzeit: 22 h bei Raumtemperatur. Den Sauerteig beobachten, er muss garen. Am Besten etwas Mehl drauf, da sieht man schön wie er “aufreißt” beim garen.

  • Teig:
  • 400 g reifer Sauerteig
  • 210 g Weizenmehl 812
  • 290 g Roggenmehl 1150
  • 14 g Salz
  • 295 ml Wasser

TT soll 28°C sein. Teigruhe mindestens 30 min. Schauen ob der Teig anspringt. Dann rund und lang wirken und in eine Brotform geben. Zwei mal quer schneiden.  Je nach dem wie der Teig gart 45-60 min garen lassen. Vor dem schieben abstreichen. Anbacken: 260°C (Umluftofen 230°C) Viel Dampf geben. Nach 1 min Zug ziehen. (also Dampf abzihen lassen) 45 min Gesamtbackzeit bei 220°C (Umluft 190°C) . (Besser wäre eine Stunde, aber sonst wird es kein Konsumbrot)

Viel Spaß beim ausprobieren!

Schlecht gelauntes Mehrkorn Kastenbrot

Die ganze Woche zerbreche ich mir schon den Kopf was ich mal wieder auf meinem Blog schreiben kann. Es liegt nicht an der Zeit, die habe ich sonst auch nicht! Es liegt daran dass ich gerade viel um die Ohren habe hier in der Bäckerei. Also nicht viel Arbeit, die habe ich auch immer, sondern viel was meinen Kopf in Anspruch nimmt. Weiterlesen »

Alles Gute Sömmerda!

Liebes Sömmerda!

Du feierst in diesen Tagen Deinen 1133. Geburtstag. Das ist nicht gerade eine übliche Zahl, aber man soll die Feste feiern wie sie fallen und wenn ich mal so alt werde, feiere ich auch jedes Jahr! :-)

Außerdem denke ich, Du solltest feiern wegen den vielen schlechten Nachrichten in diesem Jahr für Dich. Wenn die Zeiten schwer werden, muss man trotzdem feiern. Oder erst recht!

Da ist die Schließung von Fujitsu-Siemens, dem größten Computer Werk Europas. Und damit das Ende der Computer Herstellung in Sömmerda! Wie viele Menschen haben schon seid DDR Zeiten ihr Geld damit verdient! Erst kam das Ende von Robotron, dann der Neubeginn mit ASI und dann das große Werk von Fujitsu-Siemens. Aber jetzt ist es aus. Und aus, bzw. schwierig  ist es auch für ein paar Zulieferer, die für diese Firma gearbeitet haben.

Dann die vielen Autozulieferer, die seid November Kurzarbeit machen. Viele Familien machen sich Sorgen wie es weiter geht.

Dann nicht zu vergessen die kleinen Geschäfte die schließen, weil die Menschen weniger Geld ausgeben. Oder für die es schwierig ist, weil in der Innenstadt gebaut wird.

Du bist nicht nur älter, sondern auch schöner geworden in den letzten Jahren! Nicht nur die Innenstadt, sondern auch Deine schöne Stadtmauer, der Turm vom Erfurter Tor, indem regelmäßig Ausstellungen sind und in dem in der Weihnachtszeit immer der Adventsstern leuchtet.

Erfurter Tor

Und nicht zu vergessen die schönen Häuser, welche die Menschen mit viel Anstrengung und Liebe hergerichtet haben. Eben die vielen schönen Ecken.

Innenstadt2

Innenstadt1

Jetzt habe ich überlegt, was ich Dir schenke.

Ich schenke Dir – natürlich- ein Brot!

Und dieses Brot nenne ich Nikolaus von Dreyse Brot.

Und zwar nicht weil ich ein Waffen Fan bin, sondern wegen dem was ich Dir wünsche:

Ich wünsche Dir nämlich mutige und erfolgreiche Unternehmer/innen. So wie Nikolaus von Dreyse es war. Und ich wünsche den Unternehmen und Geschäften die es schon gibt, alles gute und viel Erfolg!

Damit es weiter aufwärts geht mit Dir, damit die Menschen Arbeit in Dir finden und ihr auskommen haben. Damit die jungen Leute nicht weg, sondern her ziehen. Damit die Innenstadt wieder lebendig wird.

Ab Montag wird es also dieses leckere Nikolaus von Dreyse Brot in meinen Geschäften geben.

Aber da es ein Geschenk ist, werde ich (ausnahmsweise) das Rezept sofort hier veröffentlichen.

So können es alle nach backen, die es möchten. Die Hausfrauen, meinetwegen auch die Bäckermeister und natürlich die Blogger! Und die Blogger bitte ich, einen Link auf die Stadt Sömmerda zu setzen, damit diese schöne Stadt noch bekannter wird.

Sömmerda: Ich wünsche Dir alles Gute!

Backversuch Bauernbrötchen

Um neue Produkte zu kreieren muss man natürlich Versuche starten. Letzte Woche habe ich ein Brötchen Rezept probiert, welches ich von einer Mühle bekommen habe.

Bauernbrötchen

  • Vorteig:
  • 280 g Weizenmehl 550
  • 1 g Hefe
  • 280 ml Wasser

Stehzeit: 2h bei Raumtemperatur, mindestens 16h Kühlschrank

  • Sauerteig:
  • 50 g Roggenmehl
  • 5 g Starter
  • 40 ml Wasser

Stehzeit 18h im abgedeckt Raum

  • Teig:
  • 640 g Weizenmehl 550
  • 80 g gekochte Kartoffeln
  • 50 g saure Sahne
  • 23 g Salz
  • 25 g Hefe
  • 160 g Wasser

(Ich hoffe, diesmal alles richtig hingeschrieben zu haben!!!)

Den Teig intensiv kneten. 20 min ruhen lassen, dann nochmal kurz kneten (2 min langsam) bzw. die Gare ausstoßen. Nochmal 10 min ruhen lassen. Zu Brötchen wie gewünscht aufarbeiten.

Backen wie gewohnt: 20 min bei 230°C mit Dampf.

  • Varianten:
  • Einen Teil groben Senf mit einem Teil Maisgrieß vermengen und die Brötchen vor dem Backen darin eintauchen
  • oder Einen Teil geschroteten bunten Pfeffer mit 5 Teilen Weizengrieß vermischen und damit “bekörnern”

Ich wollte das Brötchen ganz pur kosten. Hat nicht schlecht geschmeckt, ist aber einem “normalen” Brötchen ähnlich und deshalb habe ich diesem Brötchen keinen Platz in meinem Sortiment gegeben. Aber als Frühstücksbrötchen empfehlenswert!

Bild habe ich gemacht, mit dem Handy, aber ich krieg es nicht auf den Computer! Ist Heute nicht so der Tag für meinen Blog :(

Himbeer Makronen Kuchen

Eine runde Form, 28cm, Ein Backofenblech schön einfetten und mit Brötchenpuzzle (Semmelmehl) ausstreuen.

  • Sandmasse:
  • 310 g Butter (Margarine)
  • 310 g Zucker
  • 85 g Marzipanrohmasse
  • 100 g Weizenpuder
  • 9 g Backpulver
  • Salz, Vanille
  • schön glattrühren
  • 200 g Eier (4 Stück) nach und nach zu geben. Nicht auf einmal, sonst wird die Masse grieselig! Schaumig rühren
  • 100 g Eier (2Stück)
  • 280 g Weizenmehl (550)
  • unterrühren

Sand masse einfüllen und glattstreichen. Weiterlesen »

Feine Mandelhörnchen

Gestern Morgen, 10.00 Uhr. Endlich zu Hause! Ich konnte heute wieder mal nicht aufhören, deshalb ist es schon sehr spät und ich bin müde. Noch ein Gerstenhaltiges Getränk, die Nachrichten auf ntv und dann ins Bett! Doch was müssen meine müden Augen da mit ansehen?

Werbung muss sein! Klar! Aber genau wie eine namhafte Firma, die keine Brötchen sondern Gold Stücke backt, ist hier die Werbung weit weg von der Wirklichkeit. Und alle wissen das! In Wirklichkeit ist da eine seelen lose Halle mit einem einzigen  Arbeiter, welcher Nachts die Maschinen abläuft. Aber wir sind Postmodern, wir mögen das! Weil doch sooo viel Gefühl rüber kommt! *seufz*

Na wartet! denke ich, zur Strafe  erkläre ich allen wie leicht es ist leckere Mandelhörnchen selbst zu backen. :-)

Die sind dann nicht weit gereist, haben keine E-Nummern und liegen nicht Monate einsam im Supermarkt Regal. Und duften tun sie auch noch!

Man nehme:

  • 1,25kg Marzipan Rohmasse
  • 250ml Eiweiß
  • 500g Zucker

Den Zucker und das Eiweiß mit dem Mixer rühren und das Marzipan Würfel weise dazu geben. Rühren bis eine schöne glatte Masse entstanden ist. Am Besten das Ganze einen Tag im Kühlschrank lagern (Tupperdose!!!) Muss man aber nicht!

Die Hälfte der Mandelmasse aus der Dose (oder aus der Schüssel) nehmen.

Dann, ganz nach belieben, Würste formen. Je kleiner, desto lieber! Oder: Mit einem Spritzbeutel mit einer großen Lochtülle aufspritzen: Und zwar in eine Schüssel mit gehobelten Mandeln. Die “Würste” darin wälzen, bis überall Mandeln dran kleben. Auf ein Blech mit Backtrennpier legen und dabei einen Bogen formen.

Backen: 30°C unter Brötchenbacktemperatur. Ca.15-20 min. Die Hörnchen müssen außen leicht braun sein und innen noch saftig!

Wenn sie aus dem Ofen kommen aprikotieren. (Aprikosenmarmelade etwas verdünnen, heiß machen und mit einem Pinsel auftragen)

Nach dem die Hörnchen kalt sind die Enden in Schokolade tauchen.

Die restliche Mandelmasse wieder in den Kühlschrank bis Ihr das Rezept für Himbeer Makronen Kuchen erfahrt!!!! 8)

5,5 Korn

Nach diesem Hinweis von Ulrike habe ich das Rezept vom Sechskorn noch mal geändert. Es war also nur ein 5,5 Korn. Als ich das  Rezept vor Jahren nachgebastelt habe, bin ich doch nicht auf die Idee gekommen mal in den Leitsätzen zu lesen. Ich dachte, es reicht wenn alle sechs Getreidearten enthalten sind. Aber das von allen 5% drin sein müssen, wusste ich nicht. Da es ja sowieso “üblich” ist mit Vormischungen zu arbeiten habe ich das noch nie gesagt bekommen.

Naja, es wundert mich schon manches mal was so alles geregelt ist! Ich habe mal 200.-€ Strafe bezahlt, weil mein Nougatplätzchen kein Nougatplätzchen war, sondern ein NougatKrem Plätzchen. Die Kunden hatte das eigentlich nie gestört!

Egal! Danke Ulrike für den Hinweis! Vielleicht schicke ich Dir ja mal ein paar andere Rezepte zum nachrechnen!

Schön!

Zwei Etagen Hochzeitstorte mit Ausrollfondant hergestellt. Das Bild zeigt den Brautstrauß, den es wurde schon am Dienstag geheiratet. Die Feier ist Heute Abend. Ich bin dabei! :-)

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Danke Theresa! Hast Du wunderbar gemacht!

Mein Sechskornbrot

Sechskornbrot gibt es in vielen Bäckereien. Das liegt mit daran, dass es eine preiswerte, wohlschmeckende, sehr bequeme Vormischung von einer namhaften Backmittelfirma gibt, die manche Bäcker benutzen. Das heißt dann “das echte Sechskorn”. Ich habe sogar mal bei einem Seminar die Schwiegertochter von dem Bäcker kennen gelernt, der (nach seiner Angabe) das Sechskornbrot an sich “erfunden” hat. Die Bäckerei feierte nämlich da gerade das 100jährige Jubiläum des Sechskornbrotes. Er hat das Rezept an eine Backmittelfirma verkauft.

Auf meinem Weg weg von der Chemie hin zum natürlichen backen war das Sechskornbrot eines der ersten Produkte die ich “nachgebaut” habe. Das Brot gibt es seid ein paar Jahren nicht mehr. Denn die anderen “slow” Brote haben es verdrängt. Hier also mein selbst erfundenes, häufig erprobtes Rezept. Es ist bei 2 Broten etwas biebelig! Deshalb sollte man sich die Körner als  Vormischung machen und dann immer darauf zurück greifen. Weiterlesen »

Roggenvollkorn mit Apfelmus

Nach Heidis Kommentar habe ich gleich mal mein Orakel befragt nach einem Vollkornbrot mit Apfelmus.

Apfelmus passt nämlich hervorragend zu Roggenbroten aller Art. Es macht den Teig saftiger und trägt zur Frischhaltung bei. Gerade bei Vollkornbroten mildert es aber noch die Säurespitzen ab und hilft so den Ehemann, der kein Vollkornbrot ist, langsam dran zu gewöhnen. :-) Ich esse auch nicht gern Vollkorn! Weiterlesen »