Hiermit trete ich aus der EU aus…

Manchmal fragt man sich als Bürger und erst recht als Unternehmer, in was sich die Bürokraten noch alles rein hängen wollen. Da kann einem die Lust an der Arbeit schon vergehen. Ab 1. Januar tritt eine neue Novelle der  Verpackungsverordnung in Kraft. Dann müssen alle Brötchentüten lizenziert sein, sprich den Grünen Punkt tragen (oder das Zeichen einer anderen Firma). Also JEDE Brötchentüte. Da kommen natürlich wieder Kosten auf die Bäcker /Kunden zu. Und jede Menge Bürokratischer Aufwand für die Bäcker….
Aber es kommt noch besser. Jetzt planen die EU Bürokraten die Salzmenge in Backwaren fest zulegen. Aus Gesundheitlichen Gründen. Auf 1% auf das Mehl berechnet. Wir nehmen in Deutschland zwischen 1,8 bis 2,5%. ( In England ist es viel weniger. Aber wer hat schon mal was vom “guten englischen Brot” gehört???)
Und das aus gutem Grund: Salz ist der wichtigste Geschmacksträger und das wichtigste Backmittel.
Ich habe schon einen ausführlichen Bericht darüber gelesen was als Alternative dafür genommen werden soll. Alles chemische Produkte. Die sollen das fehlende Salz dann ersetzen. Ob das dann gesund ist? Wir werden es erst in 10 Jahren wiisen. wieder mal ein “Großversuch” am Verbraucher. So wie beim Jodsalz. Da wurden wir Bäcker geworben nur Jodsalz zu verwenden. Mittlerweile ist es zBsp. in Bio Backwaren verboten. Die Bioleute sagen: Überdosierung, reine Chemie, ungesund!
Also, ich trete hiermit aus der EU aus, ich will weiter Brot backen, welches schmeckt!
Branche aktuell
Weniger Salz im Brot = schlechterer Geschmack

17.12.2008 Dürfen Backwaren, die Handwerksbäcker nach traditionellen Rezepten herstellen, bald nicht mehr als „gesunde Lebensmittel” bezeichnet werden? Diese Gefahr sieht der BIV Niedersachsen/Bremen auf die Backbranche zukommen.Schon in den zurückliegenden Wochen hatten die Dachverbände Bestrebungen der EU- Kommission vorgeworfen, sie degradiere „das älteste Lebensmittel der Welt zur Sättigungsbeilage” und betreibe einen „Vernichtungsfeldzug gegen die traditionelle Lebensmittelproduktion”.

Ziel der EU: Salzdosierung halbieren

Weil Speisesalz Herz-/Kreislauferkrankungen fördern könne, wolle „die EU-Kommission im Zuge ihrer Verbraucherschutzpolitik die durchschnittliche Salzdosierung in Getreideprodukten halbieren”, erläuterten bei einer Brotverkostung BIV-Geschäftsführerin Bettina Emmerich-Jüttner und Wilhelm Hundertmark, Leiter der Bäckerfachschule Hannover. Eingeladen waren dazu Pressevertreter sowie die Mitglieder des niedersächsischen Landtagsausschusses für Europaangelegenheiten.

Ein aktuelles Arbeitspapier der EU zur Feststellung von Nährwertprofilen schlage Schwellenwerte für den Brennwert, den Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Zucker und Natrium vor, berichtete der Verband. Die Brüsseler Empfehlung für Natrium liege bei 400 mg je 100 g Gebäck.

Geschmacksverlust durch weniger Salz

„Dieser Wert, der sich auf das fertige Brot und nicht auf die Mehlmenge in der Rezeptur bezieht, entspricht ziemlich genau einem Gramm Kochsalz”, erläuterte Hundertmark. Er nannte zu diesen EU-Empfehlungen auch die Vergleichswerte der gängigen Backwaren: „Da liegen die Natriumgehalte zwischen 480 und 600 mg in 100 g Fertiggebäck.” Weniger Salz führe unweigerlich zu einem spürbaren Geschmacksverlust.

„Das schmeckt ja nach nichts”

Wie sehr sich die verringerten Salzzugaben geschmacklich auswirken, merkten alle Teilnehmer der Verkostung, bei der in der Fachschule hergestellte, handelsübliche Graubrote und Brötchen mit nach EU-Vorgaben salzreduzierten Produkten verglichen wurden: „Fade”, „langweilig” oder „das schmeckt ja nach gar nichts” lauteten die Kommentare der Teilnehmer.

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16 Antworten

  1. Hallo Herr Süpke!
    Ist das jetzt vorgezogener Fasching?
    Da kann man sich doch nur wegschmeissen bei so viel Bürokratie! Außerdem bleibt einem das Brötchen oder die Scheibe Brot im Halse stecken, wenn man so etwas liest!
    Schlimmer finde ich doch eher die ganzen Backhilfsmittel, die man vor allem bei den Großbäckereien findet!
    Da hilft dann auch kein Salz mehr um den Geschmack zu heben!
    Eine trotzdem schöne Weihnachtszeit wünscht

    Olaf

  2. Hallo Herr Süpke,
    ja, leider…
    Ich meinte aber auch eher einige Damen und Herren die die zu jener Zeit übliche Narrenkappe aufhaben.
    Ich möchte aber viel lieber den guten Geschmack behalten!

  3. Um Euch Bäckern und uns Verbrauchern die erhöhten Kosten durch Grüne Punkte auf Brötchentüten zu vermeiden, wäre es da nicht sinnvoll, mehr dafür zu werben, dass Kunden ihren eigenen Beutel mitbringen? Wie wär’s denn mit dem “Bäcker-Süpke-Baumwoll-Brötchen-Beutel”? Natürlich groß bedruckt mit Firmennamen und Adresse (Werbung muss sein!). Und eine Kundenkarte für Stammkunden, die bei jedem tütenfreien Kauf einen Stempel bekommen und bei xx Stempeln ein Gebäckstück als Dreingabe.

  4. :-D :-D

  5. Hallo Ute!
    Deine Idee finde ich gut! Ich erinnere mich, das ich seinerzeit bei meiner Oma auch immer mit einem Netz zum Brötchen holen ging. Ist aber schon lange her.
    Falsch wäre es nicht. Ein Netzartiger Beutel wäre da nicht schlecht, denn dann könnten warme Brötchen in Ruhe ausdampfen und jeder könnte auch sehen was für leckere brötchen ich da nach Hause trage.
    Aber!!!

    Heute kommst du Hygienisch glaube ich nicht durch damit!

    Ist gegen die Hygienevorschriften!

    Trotzdem einen schönen 4. Advent noch

    Olaf

  6. ;-)
    dürfen dann die “grüner Punkt” Tüten in den gelben Sack.
    Falls ich das Papier verbrenne, wer erstattet mir dann wo die Gebühren?
    Fragen über Fragen…

    wie und wo lässt sich die Bürokratie abwählen?

  7. Können wir die EU nicht abschaffen oder muss nun jeder Bäcker seinen Laden zu einem externen Hoheitsgebiet erklären, damit man von solchem Schwachsinn befreit bleibt? :(

    • Mit dem Hoheitsgebiet klappt bestimmt besser. Neulich habe ich Report Mainz gesehen, da ging es um das Glühbirnenverbot. Die EU plant ERNSTHAFT, so Report, Kaffeemaschinen und elektrische Zahnbürsten zu verbieten um den CO2 Ausstoß zu verringern. (das kann man eventl. noch auf der Internet Seite von Report lesen) Da fällt einem doch nichts mehr ein….

  8. Hallo Bäcker Süpke,

    bevor Du ganz auf Salz bei deinen Backwaren verzichten mußt…
    war ich heute früh, kurz vor 9 Uhr
    in Deiner Filiale in Weimar
    und habe die letzten beiden Baguette weggekauft…
    die übrigens sehr lecker waren und einen
    schönen leichten Sauerteiggeschmack hatten.
    Wenn wir wieder in Weimar sind, kommen
    wir gern vorbei…

    HBG
    eibauer

    • Haben wir uns da nicht gesehen? Ich war der Mann mit den Bäckersachen und der Bäckermütze neben der Verkäuferin. :-)

  9. …da bin ich später drauf gekommen.
    Ich war der dunkel gekleidete Herr
    mit der Ford Mütze…

    HBG
    eibauer

  10. Dazu muss ich etwas aus wissenschaftlicher Sicht schreiben. Die EU mag ihre Fehler und Probleme haben. Und bei oberflächlicher Betrachtung scheint sie oft auch völlig realitätsfremd zu sein. Besonders kleine Unternehmer und normale Bürger fragen sich oft: Was geht denn in diesen Bürokraten vor? Gurkenkrümmung? lizenzierte Tüten? usw…

    Wer sich mit der Sache aber genauer beschäftigt, wir eine Besonderheit feststellen: Kein EU-Bürokrat würde von sich aus auf solche Ideen kommen. Wie auch?
    Wo kommen diese Ideen dann her, muss man sich frage? Ein Beispiel, das oft vor kommt: Die EU hat den Krümmungsgrad der Salatgurken festgelegt (diese Regelung läuft demnächt wieder aus). Wie ist sie auf sowas gekommen? Ganz einfach: Die Interssenvertreter, also die Landwirtschaftsverbände haben das massiv gefordert. wozu? Weil große Landwirtschaftsbetriebe Gurken in Folie einschweißen, was aber nur geht, wenn diese nicht krumm sind. Was lernen wir (oder der kleine Landwirt, der sich ärgert) dasraus? Die eigenen (!) Interssensverbände intervenieren zu ungunsten der kleinen Betriebe und zugunsten der “Big-Player”. Ärgern sollte man sich also nicht so sehr über die EU sondern über die eigenen Lobbyisten, die einen schlecht oder garnicht vertreten…

    • Ganz so unschuldig ist das Konstrukt EU IMHO nicht an diesen Problemen.
      Das Konstrukt EU ist halt so angelegt, das es den Interessen der “Big-Player” und am Ende dem Großkapital und dessen ungezügelten Profistreben dient.

      Ich meine ein Parlament das nur abnicken darf, keine Vorschläge machen darf und “Kommissare” die ohne demokratische Legitimation die Richtlinien und Gesetzesvorschläge erlassen ohne Verantwortlichkeit dem Volk gegenüber was soll das sein?

      Also schon der Begriff “Kommissar” lässt da doch schon erkennen wohin die Reise geht. Zentralismus, Planwirtschaft, Massenproduktion für Gewinnmaximierung.

      Wie dies zu Mittelstand oder gar dem Handwerk passen kann, liegt IMHO auf der Hand: gar nicht, da zu ineffizient;
      zu wenig Rendite.

  11. Dennoch scheint sich ein Salzverbot seit 2010 in Deutschland durchgesetzt zu haben. DE ist wohl Spitzenreiter in fader Nahrung und ungewürzten Speisen. Wenn man in den Koch- und Backforen egal welcher Art stöbert, findet man Backrezepte zumeist alle ohne Salz. In Kochrezepten nur Meersalz, was ja nicht wirklich dem grundwürzen dient usw.

    Dafür werden massenhaft andere Sachen ins Essen getan, die weder würzen noch dem guten Geschmack dienen, leider. Chemie geht über alles.

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