EU-Kommisare im Selbstversuch

Ich kann eigentlich gar nichts als Einleitung schreiben, mir fehlen schlicht die Worte…
Zentralverband
Zweifelhafter Selbstversuch bei der EU-Kommission
26.01.2009 Kopfschütteln hat beim Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks (ZV) der „Selbstversuch” der Generaldirektion SANCO bei der EU-Kommission zur geschmacklichen Veränderung bei vermindertem Salzgehalt im Brot ausgelöst.

SANCO-Generaldirektor Robert Madelin und einige seiner leitenden Mitarbeiter haben sich zwei Brote backen lassen – eines mit traditionellem Salzgehalt und eines mit dem von der Kommission ins Auge gefassten deutlich reduzierten Salzgehalt. Ergebnis: Sie konnten angeblich keine Geschmacksveränderung feststellen.

„Illusion eines traditionell gebackenen Brotes”

Für diese verblüffende, von vielen Millionen Verbrauchern in Europa nicht geteilte Erkenntnis gibt es nach Ansicht des ZV eigentlich nur folgende Erklärung: Durch Hinzufügen bestimmter chemisch erzeugter Geschmacksstoffe sei es gelungen, die Illusion eines traditionell gebackenen Brotes geschmacklich zu vermitteln.

ZV Präsident Peter Becker erklärte dazu: „Mit diesem angeblichen Geschmackstest, der eher ein Geschmacksverirrungstest ist, zeigt sich ein deformiertes Amtsverständnis der leitenden EU-Beamten. Wir fragen uns, ob die zuständige Kommissarin Androulla Vassiliou damit einverstanden ist, dass ihr leitender Mitarbeiter offenbar die politische Leitungsfunktion im Haus übernommen hat. Der Pseudo-Test des Generaldirektors Madelin ist eine Verhöhnung des Geschmacksempfindens von Millionen europäischer Mitbürger und zeigt einmal mehr die Abgehobenheit der Arbeit der EU-Kommission. Wir fordern den Verzicht auf die umstrittenen Nährwertprofile, mindestens aber auf die Festlegung von Richtwerten für Salz in Brot und Backwaren.”

Aktionstag der europäischen Bäcker geplant

ZV-HGF Dr. Eberhard Groebel ergänzte: „Sollte weiterhin die Absicht bestehen, den Salzgehalt des Brotes zu diskriminieren, so werden wir diese Frage unseren vielen Millionen Kunden zur direkten Entscheidung vorlegen. Gemeinsam mit unserem europäischen Dachverband planen wir einen ,Tag des europäischen Kommissions-Brotes’, an dem wir unseren Kunden die Gelegenheit zur Verkostung von salzreduzierten Backwaren geben werden. Wir sind sicher, dass das außerordentlich repräsentative Ergebnis dieses Großversuchs sich deutlich von der subjektiven Wahrnehmung der EU-Bürokraten unterscheiden wird.”

Jetzt ist mir doch noch was eingefallen: Vielleicht ist das ja mal eine Perspektive die Tierversuche abzuschaffen. Kleiner Scherz!

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4 Antworten

  1. Ich überlege gerade, ob das schon ein Faschingsscherz sein kann, denn anders kann man es eigentlich doch gar nicht auffassen.

  2. Die EU macht keine Scherze, weder zu Fasching, 1. April noch sonst irgendwann. Scheint aber eher, als hätten die Damen und Herren zu viel Zeit.
    Ich erinnere mich, dass es mal eine Zeit lang “Ersatz”-Kochsalz zu kaufen gab. Ist schon etwas her und ich weiss nicht, was draus geworden ist.
    Bei der Gelegenheit fällt mir aber ein…
    Wie sieht es denn dann mit gepökelten Fleisch ein? Da ist ja auch genügend Salz drin, auch wenn es kein Kochsalz ist.
    Käse, Salami…
    Der Natriumgehalt von Mineralwässern gehört ja da eigentlich auch rein!
    Oder die ganz leckeren Dinge des Lebens… Chips, gesalzene Erdnüsse Tütensuppen und -gerichte und vieles mehr.
    Ansatzpunkte gibt es doch genug! Aber wahrscheinlich ist die Bäckerlobby nicht so groß wie die von den entsprechenden Firmen!
    Also geht es an die Tradition! Schade!

    Bis dann
    Euer

    Olaf

  3. Ganz einfach:
    Wenn dem zu kaufenden Brot der Salzgehalt abgedreht wird, muss ich eben noch öfter selbst backen. Insofern schöne Grüße an die EU – möglicherweise kommen ja diverse Verbraucher auf die gleiche Idee. Zumindest kann man der EU damit drohen – dann gerät da wieder einmal alles durcheinander.
    Mein Tipp an die Bäcker: Gebt dem Brot einen anderen Namen und backt weiter, was gut schmeckt. Nennt es einfach Breit oder Brüt oder Kurt-Jochen.

    Wo ich gerade Bäko las: gibt es eigentlich die Bäckerblume noch? Die habe ich ewig nicht mehr gesehen.

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