Sommerfest 2012

Das diesjährige Sommerfest hatte alles was einen Bäckermeister froh macht:

  • Motivierte Mitarbeiter/Innen
  • 680 Besucher
  • viele gute Gespräche mit den Besuchern
  • sehr interessierte Besucher
  • großen Durst und Hunger der Besucher
  • Bratwurst und Bier von der Feuerwehr Schloßvippach
  • Das Wetter hat so einigermaßen mitgespielt
  • Fast alles hat geklappt

680 Besucher sind fast 200 mehr als letztes Jahr und ein neuer Besucherrekord. Wir hatten fleißig die Werbetrommel gerührt, aber auch die Sömmerdaer Allgemeine hat 3-mal auf das Sommerfest hingewiesen, so dass es viele wussten. Auch bei Facebook wurde das Sommerfest kräftig „geteilt“.

Dadurch war es auch ein gut gemischtes Publikum: Viele Familien mit Kindern, welche fleißig in der Kinderbackstube werkelten, Jugendliche die sehr interessiert waren, ältere Damen und Herren die mal „Ihre Bäckerei“ von Innen sehen wollten und viele viele Stammkunden, die auch nicht zum ersten mal beim Sommerfest waren.

Es war Regen angesagt, deshalb hatte die Feuerwehr das große Zelt mitgebracht. Das mussten sie aber fest binden, da es sehr windig war. Das hatte mir echt Sorgen bereitet, aber bis auf ein paar kleine Nieselschauer hat das Wetter dann doch gut mitgespielt.

Aber nicht nur die Feuerwehr mit Bratwurst und Bier hatte gut zu tun, in der Backstube standen die Besucher bis zu 30 min um einen leckeren Kuchenteller und eine Tasse Kaffee zu bekommen – trotz 4 Verkäuferinnen.

Eine Line Dance Gruppe aus Kölleda zeigte auf dem Hof ihr können. Das habe ich leider nicht mit bekommen, da war ich gerade sehr „gefragt“!

Es war da gerade ein übelstes Wuhling, die Backstube war gerammelte voll!

Ich konnte die Zitzmann Mühle, bei welcher wir die Schrote und Körner beziehen,  dafür gewinnen mit ihrem Wasserrad zu kommen. Sie konnten den Besuchern viel über das Müllerwesen erzählen und waren auch ein wichtiger Teil des Gewinnspiels.

Was dieses Jahr nicht so einfach war.

Das Gewinnspiel war mal für die Kinder gedacht gewesen. Aber da die Erwachsenen mit so einer Begeisterung immer das Gewinnspiel mit gemacht haben, dachte ich mir: Ich lege mal die Latte höher. So war das Gewinnspiel auch eine gute Möglichkeit die Kunden zu informieren über unsere neuen Brote, über Sauerteig und Mehle.

Ich hatte wie immer angeboten mich den Fragen meiner Kunden zu stellen. Das wurde auch rege genutzt. Wieder war es wenig Kritik und viel Lob. Aber auch sehr viele interessierte Fragen über unsere Produkte und Herstellungsverfahren. Das hat mich sehr gefreut, denn dafür machen wir das hauptsächlich. Damit unsere Kunden wissen was in ihren Broten und Brötchen steckt und wie viel Arbeit wir uns machen. Denn gutes Brot braucht Zeit. Das sagen auch immer wieder Besucher: Das sie nicht gedacht hätten wie viel Handarbeit in unseren Backwaren steckt und wie interessant es ist was in unseren Broten steckt: gekochtes Schrot, was auf einmal süßlich schmeckt, Vorteige, gekochte Körner, Sauerteig und aus was der besteht… Über so was macht „man“ sich ja sonst kaum Gedanken.

Ein ehemaliger Geselle, welcher jetzt hoch im Norden wohnt war auch da, darüber habe nicht nur ich mich gefreut, sondern auch einige Mitarbeiter/Innen welche ihn noch kennen und ein Lehrlingskollege von mir, welchen ich 32 Jahre nicht mehr gesehen habe! Was für einen Freude!

Insgesamt also ein wunderbarer Tag, ein sehr gelungenes Sommerfest. Dafür möchte ich mich ganz ganz herzlich bei meinem Team, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken. Die mit viel Herzblut und Enthusiasmus bei der Sache waren, viel Zeit geopfert haben, eben einfach Alles gegeben haben! Ohne Euch… Danke auch an meine family, von denen wieder ALLE dabei waren einschließlich der schönen Berit und auch an Hoschkaras große Kinder!

Mit den Mitarbeitern werden wir dann noch mal grillen und chillen, dann geht’s aber schon bald wieder in die Stollenzeit…

Immer umlagert: Die Getreidemühle der Zitzmann Mühle

Meine Leute am Start

Zwei Müllermeister und ein Bäckermeister

Rechts Herr Zitzmann, links Herr Redemann von der Bodemühle. Es ging gerade um Roggenröstmalz.

Besuch aus dem Internet

hatten wir diese Nacht in der Backstube.

Lutz Geißler von Plötzblog hat auf seiner Brot Walz Station in Frohndorf (dem Nachbarort von Orlishausen) gemacht.

Von 22-4Uhr war er in der “Brotschicht” und hat fleißig mit geholfen. Der Meister Süpke muss den Tag leider im Büro verbringen, deshalb trafen wir uns um 7 auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch.

Wir tauschten uns über die Brotwalz aus, über Brote und Croissants und natürlich war ich sehr neugierig auf den “realen” Lutz Geißler, wo er herkommt und was er so macht.

Ich wünsche Lutz noch viel Spaß auf seiner Walz und immer ein frisches Brot im Rucksack und ich denke über seine Einladung ins Bergwerk nach.

Sicher wird er auf seinem Blog von den Erlebnissen dieser Nacht berichten!

Es hat mich sehr gefreut!

Die Amerikaner und der Kapitalismus

Hier gibt es ein Rezept für Amerikaner und etwas “geschichtliches”.

Vorweg möchte ich gleich sagen: Was ich hier schreibe ist meine eigene Meinung, meine Erinnerung und meine Erlebnisse als junger Bäckergeselle. Ich erhebe hier keinen Anspruch auf historische Richtigkeit und akzeptiere jeden, der eine andere Meinung hat. Zum Kapitalismus, zur DDR und zu Amerikanern. Aber das ist ein Blog über backen und Bäcker und kein Diskussionsforum. Wenn der eine oder andere dann seine Kommentare nicht findet: Bitte Verständnis!

Erst mal das wichtige: Das Rezept!

  • 75 g weiche Backmagarine (Butter)
  • 175 g feiner Zucker
  • 1 Ei
  • 3 g Salz
  • 15 g Hirschhornsalz (ABC Trieb)
  • 230 ml Milch
  • 500 g Weizenmehl 550

Den Zucker und die Margarine schaumig rühren, dann das Ei dazu geben. Das Hirschhornsalz in etwas Milch auflösen und unter die Masse rühren. Dann das Mehl und die Milch einrühren.

Das Ganze mit dem Spritzbeutel und einer Lochtülle auf ein gefettetes UND gemehltes Blech (oder Backtrennpapier) dressieren. Je nach gewünschter Größe. (laufen breit!)

Ab in den vorgeheizten Ofen bei 200°C (40°unter Brötchenback Temperatur) ca. 15 – 20 min. Die Ammis müssen oben leicht braun sein. Beim Öffnen der Ofentür nicht das Gas einatmen, das ist heftig!!!

Die Ammis sofort vom Blech schneiden (Papier) und umdrehen, so dass sie mit der Unterseite nach Oben liegen, am Besten etwas schräg.

Wenn sie kalt sind mit Zuckerglasur und/ oder Fettglasur überziehen. Sie lassen sich auch wunderbar für die Kinderparty verzieren. Als Gesichter, mit Figuren usw.

In der DDR hat ein Amerikaner 10 Pfennig gekostet. Wieviel war das? Ich habe als Bäckergeselle beim “Privatbäcker” bei 12-14h täglich (nur 5Tage Woche) 540 DDR Mark verdient. Ohne die vielen Stunden wären es 400 Mark gewesen. Ein Industriearbeiter hat, im 3 Schichtsystem, ca 1000 Mark gehabt. Das war gut. Ein Farbfernseher hat 6000 mark gekostet. Ein 1,5kg Brot 93 Pfennig. So zum Vergleich. Hätte der Kunde den Ammi selbst gebacken, wäre er auf einen Materialpreis von (geschätzt) 6 Pfennig gekommen.

Amerikaner gab es in vielen Bäckereien, denn es war ein Gebäck welches man aus nüscht herstellen konnte und in der DDR gab es nüscht.

Dann kam der Kapitalismus und es ergaben sich gleich mehrere Probleme. Zum Beispiel ein anderes Lebensmittelrecht. Am Anfang waren die “Hygiene” Vorschriften lockerer als in der DDR. In der DDR mußten wir schon Reinigungspläne usw machen. Das fiel erst mal weg. (Jetzt ist es natürlich alles viel strenger) Im Zuge dessen war Hirschhornsalz auf einmal schädlich und durfte nur noch in Gebäcken, welche nach dem Backen nicht höher als 2cm sind verwendet werden. Denn sonst kann das Ammoniak nicht entweichen. Ade du schöner DDR Schokoladenkuchen! (Herschernkuchn) Dann kamen die Vertreter der Backmittelindustrie und ihre schönen bunten Säcke. Auch ein Amerikanersack. Da war kein ABC Trieb drin, sondern Dingsdabumsda! (Backpulver) Also keine Gefahr der Verfolgung durch die Hygienetante! UND: die mittlerweile viel! teurere Arbeitszeit wird verringert. Also her damit! (Natürlich haben die anderen Bäcker das nicht gemacht! Sondern nur ich!)

(Letzte Woche in Weinheim hat mich eine Wessibäckerin gefragt: Wieso habt ihr das überhaupt am Anfang aufgegeben mit dem Sauerteig und ohne Backmittel usw? Meine Antwort: Die Leute waren im Westen gewesen, hatten die schönen großen Brote und die schönen großen Brötchen und die vielen vielen bunten Produkte, an die 100 je Bäckerei, gesehen und die wollten sie jetzt auch kaufen!!! Unbedingt!

Aber nicht lange, dann hatten sie die Nase voll und nach und nach wollten sie die alten Produkte zurück. Und die alten Preise!)

Jetzt hat also der Bäckermeister seine Kalkulation gemacht, das teurere Backmittel, die Arbeitszeit, Kosten, Steuern, Investitionen, Gewinn (Igitt! wie kann er nur!) und kam plötzlich auf 1 Deutsche Mark!

Eine Mark für einen Ammi!?? Das gibt es doch nicht!

Jetzt hat also der Kunde den teuren Ammi, beißt rein und er schmeckt nicht! Denn er schmeckt nicht nach Hirschhorn, sondern nur nach Zuckerguß! Und Hirschhorn macht glücklich! In Verbindung mit dem Mehl und der Hitze entsteht irgendwas das einen Menschen froh macht :-) Also wird man auch nicht glücklich von diesem Westbackpulverammi!

So verschwand der Amerikaner nach und nach aus den Bäckereien. Zu Gunsten von schöneren Gebäcken, die “ihr Geld wert” waren.

So war das nach der Wende: Die Russen waren endlich weg, aber die Amerikaner waren auch nicht mehr das was sie mal waren!

Ein Bäcker, der Zeit hat zum bloggen????

Heute war Frau Opitz vom  MDR Thüringen in unserer Backstube zu Gast. Um der Frage nach zu gehen: Hat ein Bäcker Zeit zum bloggen und wieso macht er das überhaupt???

Ich hatte Frau Opitz bei der Stollenverkostung des Schutzverbandes Thüringer Weihnachtsstollen kennengelernt. Sie machte einen Film über Thüringer Blechkuchen, welchen ich ja auch hier im Blog verlinkt hatte. Dabei kamen wir ins Gespräch über die Leidenschaft der Thüringer für Kuchen. Ich verwies sie auf meine Seite für ein paar Infos und Rezepte über Thüringer Kuchen.

So ist sie auf meinen Blog gestoßen und fand es echt interessant und spannend wieso ich sowas mache.

Sie hat 3 Stunden gedreht und interviewt und ich habe diesen Eintrag live für die Kamera eingestellt (den Anfang).  Sie fand es toll wie sie auf einmal im Internet war, aber noch erstaunter war sie, dass bevor sie ging schon 5 Leute den Eintrag gelesen haben.

In der Backstube hat sie gedreht wie wir Brezeln geschlungen und Croissants gewickelt haben. Und natürlich immer ein Hingucker: Die Mädels aus der Kondi wie sie Torten zaubern.

Im Vorgespräch habe ich ihr gezeigt wie so ein Blog funktioniert, wo die User alle hergesurft kommen. Dabei habe ich ihr ein bisschen was aus der “Szene” erzählt. Besonders erstaunlich fand sie Ketex Brotbackforum. Ich habe ihr erzählt, dass sich da Leute treffen um sich quasi zum backen zu verabreden. (Ich mach Heute dies, was bäckst du Heute…)

Es hat echt Spaß gemacht und wir haben viel gelacht.

Da sieht man mal wieder: Bloggen lohnt sich! :roll:

Sandra die 1.

Es ist schon wieder soweit! Die neue Stollenkönigin gibt sich die Ehre im Thüringen Park Erfurt. Anlass ist die Übergabe der Urkunden, welche nach erfolgreicher Prüfung berechtigen, die Bezeichnung “Thüringer Weihnachtsstollen” für ein Jahr zu führen.

Nach meinen Informationen  haben 23 Betriebe teilgenommen. Ein Stollen fiel durch, weil er die Mindestanforderungen an die Zutaten Menge nicht erfüllte. Die sind, anders als beim Dresdner Stollen, vorgeschrieben. (Wer das war weiß ich natürlich nicht!) Mein Stollen hat natürlich die Prüfung wieder geschafft, so das ich ihn für ein Jahr als “Thüringer Weihnachtstollen” verkaufen darf.

Hier ist er, mit den anderen Stollen zusammen. Noch im “alten Gewand”, denn jetzt hat er eine schicke neue Tüte bekommen. Das hat er sich verdient!

Die Stollenkönigin Sandra die 1. ist Azubi als Fachverkäuferin bei Elmi Erfurt. Einfach lecker! (der Stollen, den sie da anbietet!)

Hier ist der Stollen, welcher während der Veranstaltung zum verkosten angeboten wurde. Er hat so ähnlich wie meiner geschmeckt.

Links neben der Stollenkönigin, jedes Jahr dabei, ist Thomas Junghans von der Konditorei Junghans aus Gotha. Herr Junghans ist Patissier des Jahres geworden und es war mir eine Freude, das ich ihm persönlich gratulieren durfte. Hier ein Zeitungsartikel darüber.

Natürlich muss ich mich auch im Schein der Stollenkönigin sonnen! Sie lässt mich gleich um Jahre jünger ausschauen!

Das ist der Stollen Zacharias, welcher jedes Jahr für besondere Öffentlichkeitsarbeit rund um den Stollen verliehen wird. Der Schutzverband gewann ihn 2007.

Es gibt auch immer ein Preisausschreiben rund um den Stollen. Da meine Josefine so viel über Stollen weiß,  hat sie Herr Lobenstein besonders belohnt und ihr eine ganz große Tüte mit Gewinnen gepackt. Der Apfel  fällt nicht weit vom Stamm!

Jetzt fängt sie also bald an, die ganz heiße Stollenzeit mit viel Arbeit und mit Stollenverkostungen, Schittchenmarkt, Stollenversand und und…

Ich freu mich drauf!

Die 3. Nacht des Backens

war wieder ein voller Erfolg. Ca. 450 Besucher waren in unserer Backstube. Von ganz klein bis ganz groß. Die Kinder konnten wieder in der Kinderbackstube Plätzchen backen,

viele versuchten eine Brezel zu formen, was sich als gar nicht soo leicht erwies,

ganz viele Herzen wurden beschriftet und stolz nach Hause getragen

und man konnte lernen wie man eine Marzipanrose macht. Da staunte ich, wie das so mancher hinbekommen hat.

Natürlich gab es reichlich zu essen und zu trinken. Knacker im Brotteig, Pizzazungen, Wiener in Laugenstange, Apfel- und Zwetschken- Kuchen, Brotplätze…

Ich hatte dieses mal meinen Infostand nicht nur mit Sauerteig und Kochstücken sowie diversen Zutaten  bestückt, sondern auch mit verschiedenen Broten, welche ich zum verkosten anbot. Ich hatte eine große Resonanz und manche bemerkten wie gut doch ein Brot einfach nur mit Butter schmeckt. Als erstes war der Hamster alle, aber auch den anderen Broten wurde bald der Garaus gemacht.

So hatte ich viele gute Gespräche mit unseren Kunden und bekam auch viel Lob, was mich sehr gefreut hat.

23.00 Uhr war die Luft raus und wir konnten die Bude wieder auf Vordermann bringen. 30 Leute 1Stunde putzen und schon hatten wir wieder eine “richtige” Bäckerei. Dann haben wir noch ein bisschen zusammen gesessen und gefeiert. Denn wir waren doch alle erleichtert nach der letzten stressigen Woche.

Viele haben ja auch Samstag gearbeitet und machen quasi 2 Wochen durch. Und das alles freiwillig. (bei uns ist immer noch “Urlaubszeit”) Ich bin schon sehr stolz auf meine Leute, die sich so sehr engagieren und sehr dankbar.

Es wird noch eine Nachbesprechung geben, denn nächstes Jahr wollen wir es wieder ein bisschen besser machen.

Eine Kundin, mit welcher ich mich unterhalten habe, erzählte mir wie deprimiert sie war als sie ihr Herz beschriftet hat und es gar nicht so leicht gelang wie sie sich das gedacht hat. Und ihr Resümee möchte ich hier an den Schluss stellen:

Man bekommt Achtung vor der Arbeit der Leute hier!

Slide Show

Volles Korn

Am Dienstag und Mittwoch war ich in der Bäckerakademie in Weinheim zum Seminar “Volldampf mit Vollkornbackwaren”.

Das Seminar hat mich sehr interessiert, da es in der Lehre und in der Meisterschule nicht so viel gab über die Herstellung von Vollkornbackwaren. Also theoretisches gab es schon, aber so richtige Praxistipps vom Profi gab es da nicht. In der DDR  spielten Spezialbrote bekanntlich kaum eine Rolle.

Somit hatte ich bei meinen 3 Vollkorn Produkten immer mal meine Mühe mit Fehlern, für die ich keine Lösung hatte.

Das Seminar hat mir sehr gut gefallen. Nicht nur das uns Herr Cüppers und Herr Pohl grundsätzliches über die Herstellung lernten sowie viele Praxistipps weitergaben, sondern das auch Seminar Teilnehmer aus Betrieben zu Wort und Tat kamen. Wer kann besser ein Oldenburger Vollkorn Brot backen als ein Oldenburger? Oder ein Rheinisches Vollkornbrot als ein Rheinländer?

Mir haben ständig die Ohren gebimmelt! Ach so ach so ach so… Mir wurde vieles klar warum manche Fehler auftreten und wie ich sie abstellen kann.

Und natürliche Rezepte über Rezepte. Das ist klar. Und kosten! Wahnsinn! Ich weiß nicht wann ich schon mal so viel Vollkorn Brot gegessen habe. Und süße Vollkornbrötchen und Kuchen… Sogar zum Frühstück und Abendbrot habe ich Vollkorn gegessen. Nämlich meinen absoluten Favoriten unter den Vollkornbroten, an den ich mich bis jetzt immer noch nicht gewagt habe: Das Rheinische Vollkornbrot. Das gab es sogar noch bei mir zu Hause zum Abendbrot, denn ich hatte eins mitgenommen.

Wir stellten auch Brote mit Backferment her und konnten sie direkt mit den Sauerteig Broten vergleichen. Sehr aufschlussreich!

Und natürlich, das versteht sich an der Bäckerakademie von selbst- alles ohne irgendwelche komischen unaussprechlichen Dinge! Im Gegenteil, ein Teilnehmer stellte die Aufgabe ein “Fertigprodukt” einer namhaften Firma nach zu basteln, was auch sehr gut gelungen ist.

Ich hatte ja ein bisschen Sorge das ich mich am Dienstag Abend nach dem ersten Tag langweile, aber wir saßen nach dem Abendbrot noch sehr lange zusammen und beschäftigten uns intensiv mit Weizen. Allerdings in flüssiger Form. :roll:

Die ersten Sachen habe ich  schon umgesetzt. Jetzt will ich mal zusehen das ich für die Hobbybäcker ein Rezept einstelle, damit sie auch was davon haben.

Baguette, Brote über Brote, Zöpfe, Kuchen alles aus Vollkorn!

Rechts: Rheinisches Vollkorn. Das Handy hat es etwas zu hell gemacht. Es ist dunkler.

Nach der Brotverkostung.

ERFA Kreis oder warum ich nicht zum bloggen komme

Zwölf Zunftkollegen bei den Frische-Bäckern in Orlishausen

  • Austausch: In der Bäckerei Süpke Sömmerda/Orlishausen schauen sich Bäcker eines Erfahrungskreises aus Bayern und Baden-Württemberg um. Beide Seiten profitierten von dem Erfahrungsaustausch. Foto: Ina Renke
Der Thüringer Schmandkuchen bekam etwas aus den alten Bundesländern übergestülpt . Die Idee, Streusel und Mandeln gleich “zusammenwachsen” zu lassen, stammt aus einer Heidelberger Backstube und wurde am Dienstag bei den Orlishausener Frische-Bäckern ausprobiert.

Orlishausen. Druckproben der Brote, Geruchsproben des Schokoladenkuchens, Geschmacksproben des Eierlikörkuchens und dazu in der Nachtschicht wie in den Verkaufsstellen mit Bedacht ausgefüllte Fragebögen sowie vor allem viele, viele Fragen. Zwölf Kollegen des Jhd-Erfa-Kreises/ Slow Baking aus ganz Deutschland führen nun bei den Frische-Bäckern in Orlishausen ihren Erfahrungsaustausch durch. “Wir tauschen dabei Technologien, Rezepturen und auch ehrliche Kritik aus und jeder nimmt etwas davon für seinen Betrieb mit”, begründet der Leiter des Kreises, Helmut Schön, Sinn und Nutzen der gegenseitigen Backstuben-Besuche. Dass dafür Bäckermeister und -gesellen quer durch die Republik reisen, macht Sinn. “Denn nur, weil wir weit genug auseinander sind, sind wir frei von unmittelbarem Konkurrenzdruck.” Und dafür umso offener für neue Eindrücke. Hier im Osten, weiß der Leiter des Erfa-Kreises, seien etwa die Obst-Schmandkuchen etwas Besonderes. Nicht nur Wolfgang Prager aus Augsburg wolle dies nun auch zu Hause ausprobieren und seinen Kunden anbieten. “Das muss man ja neben traditionellen Produkten auch tun. Und darum sind wir immer auf der Suche nach Neuem.” Die Bäckerfamilie Frisch aus Heidelberg will den locker-flockigen Eierlikörkuchen auf jeden Fall nachbacken. Und weiß nun auch, wie man den Schokoladenkuchen noch schokoladenfarbiger hinbekommt. Dafür gaben Vater Wolfgang und Tochter Sabine ihrerseits den Tipp mit den Mandel-Streuseln weiter. “Und vom jüngsten Erfahrungsaustausch in München brachte ich das Rezept für Kleinteile aus Linzer Mürbeteig mit”, verriet gestern der Orlishausener Hausherr Wolfgang Süpke. “Die daraus hergestellten Sterne haben wir in der Weihnachtszeit richtig heftig verkauft. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die weiter helfen.” Wie die von vielen Teilnehmern ehrlich bestaunten Selbsteinschätzungen und -benotungen der Frische-Bäcker, die an den modernen Öfen prangen und mit Rückmeldungen aus den Filialen ergänzt werden. Und auch, wenn sich die eine Schicht für die Apfeltaschen, die die Füllungen verloren, ganz selbstkritisch nur eine 3 gab, bringt es im Endeffekt doch den Betrieb weiter und für die Kunden gute Qualitäten. “Diese Idee gefällt mir sehr gut. Auch, weil man auf diesem Weg die unmittelbare Verbindung zu den Filialen und damit den Kunden hat”, stellte Ronny Syring von der Brotmanufaktur Schmidt aus München gleich Überlegungen an, wie man dies wohl übernehmen könne. Heute ist im strammen Erfahrungsaustausch- Programm die Manöverkritik angesagt. Haben die Gastgeber davor Angst? “I wo,” versichert Wolfgang Süpke. “Und man kann ja immer wieder nur dazulernen.”

Quelle: Sömmerdaer Allgemeine

Ich bin nicht mehr Mitglied bei slow baking

Svenson hat mich neulich gefragt wieso ich auf der Internet Seite von slow baking nicht mehr bei den Mitglieds Bäckereien zu sehen bin.

Der Grund ist, das es in diesem Jahr erhebliche Differenzen innerhalb des Vereins gab. Daraufhin sind einige Mitglieder ausgetreten. Ich gehöre ebenfalls dazu. Seid diesen Austritten kann man nicht mehr sehen wer alles Mitglied bei slow baking ist, sondern nur noch wer zertifiziert ist. So kann man nicht nachvollziehen wie viele jetzt ausgetreten sind.

Ich hatte mich im Januar 2009 zur Vollzertifizierung angemeldet. Endlich! Nach 6 Jahren Umstellung. Ich habe alle Regeln erfüllt. Das war ein langer Weg und es hat mich erst mal ein paar Kunden gekostet, denn es gab doch öfter Qualitäts- Schwankungen. (Jetzt haben wir mehr Erfahrung mit dem langsamen Backen  und eine Art Qualitätssicherung eingeführt. Das hilft doch sehr.) (more…)

Katharina die Erste

Gestern war ich mit meiner Familie im Thüringen Park in Erfurt. Anlass war die offizielle Eröffnung der Stollensaison durch den Schutzverband Thüringer Weihnachtsstollen. Dabei wurde die neue Stollenkönigin “Katharina die Erste” gekrönt. Sie ist Konditorin in der Konditorei Cafe Grässner in Suhl und heißt richtig Katharina Dießl. Außerdem, das war der Grund unseres Kommens, erhielten die Bäckermeister, welche an der Qualitätsprüfung teilgenommen hatten ihre Urkunden.

Die Namen “Thüringer Weihnachtsstollen” oder “Erfurter Schittchen” sind geschützt und man darf sie nur verwenden, wenn man vorher die Stollen einer Qualitäts– und Inhalts- Überprüfung unterzogen hat. Dann bekommt man die besagte Urkunde und kann ein Jahr mit dem Namen werben.

Die Mindestanforderungen sind: auf 100kg Mehl müssen mindestens

  • 50 kg Fett, davon mind. 25 % Butter
  • 55 kg Sultaninen
  • 15 kg Zitronat und Orangeat und
  • 10 kg Mandeln, süß oder bitter enthalten sein.

Diese Inhaltsstoffe werden bei der Prüfung in einem Labor überprüft. Außerdem findet eine Qualitäts- Bewertung nach DLG Schema statt. Von 5 möglichen Punkten muss man mindestens 4,5 erreichen um den Namen nutzen zu können. 2007 und 2008 habe ich jedes mal 5,0 erreicht, worauf ich natürlich stolz bin. (Das Ergebnis von diesem Jahr habe ich noch nicht)

Königin1

Katharina die Erste kommt auf einer Rolltreppe an geschwebt

Stollenkönigin 1

Krönungs- Zeremonie durch den Vorsitzenden des Schutzverbandes, welcher bezeichnenderweise Heiko Stolle heißt.

Anschnitt

Die Stollensaison ist eröffnet, wenn die Stollenkönigin den ersten Stollen anschneidet.

Verkostung

Anschließend wurden die Stollen zum Verkosten angeboten. Wir kosteten natürlich mit, denn man kann ja immer was lernen. Eine Kostprobe schmeckte fast wie mein Stollen. Schön saftig und fruchtig. Nur “im Abgang” schmeckte er mehr nach Stollengewürz als meiner. Eine andere Kostprobe war dagegen etwas zu trocken. Diese hatte auch einen dunklen Boden. Als die Königin das dritte mal mit dem Tablett vorbei kam konnte ich aber nicht mehr. Deshalb sagte ich zur Besten Bäckersfrau von Allen, das ich doch jetzt gern mal von der Stollenkönigin abbeißen würde, was mir einen Rippenstoß einbrachte. :roll:

Es gab auch ein Preisausschreiben mit Fragen rund um den Stollen. Meine beiden Kinder machten mit, wobei der Vati natürlich etwas half. Zum Beispiel beider Frage: Was wurde in der DDR anstelle von Zitronat in den Stollen gemacht? Das waren natürlich grüne Tomaten. Und siehe da: Meine Josefine gewann einen Rucksack und:….. Einen Stollen!!!!

Josefine

Anschließend wurden die Urkunden vergeben

Urkunde

Zum Schluss fragte ich Eure Hoheit Katharina die Erste noch nach einem gemeinsamen Foto. Diese Bitte wurde mir huldvoll gewährt.

Stollenkönig und Bäcker Süpke

Urkunde Thüringer Weihnachtsstollen0001

Ach so: Den Stollen kann man hier kaufen!

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