Oma Helgas Nusskuchen (Splitterkuchen)

Bei der Sendung „Deutschlands bester Bäcker“ im ZDF habe ich meinen Nusskuchen „in den Ring“ geworfen.

Das Rezept habe ich auch für das Backbuch der Sendung heraus gegeben. Nachdem das Buch erschienen ist, kann ich das Rezept auch hier veröffentlichen. Das Buch lohnt sich allemal, es ist von jeder teilnehmenden Bäckerei ein Rezept dabei, von Baguette über Apfelkuchen bis zu Ofenschlupfer. Dazu noch eine Menge Backtipps für Hobbybäcker. (Für gestandene Hobbybäcker ist nichts neues dabei, für Anfänger schon) Ich habe nichts vom Verkauf des Buches, das hier keine Verdächtigungen aufkommen.

Der Splitterkuchen ist ein bekannter Thüringer Blechkuchen. Ich kenne ihn von meiner Mutter und habe ihn immer geliebt. Es ist auch kein Alltagskuchen gewesen, sondern eher etwas für die großen Familienfeiern. Denn zu DDR Zeiten war er von den Zutaten her recht teuer.

Man nehme für ein Ofenblech:

  • 4 Eier
  • 250 ml Speiseöl
  • 200 g Zucker
  • 150 g Weizenmehl
  • 100 g Weizenstärke
  • 15 g Backpulver
  • Prise Salz

Mehl und Backpulver mischen. Alle Zutaten mit dem Mixer gut verrühren. Mindestens 2 min schnell rühren!

Den Boden auf ein Blech mit Backpapier und bei Umluft bei 180°C max 15-20 min backen. Er soll schön hell sein! Wenn er sich von oben trocken anfasst ist er gut. (Wenn er zu trocken ist, mit Weinbrand einpinseln. Dann ist er nichts für Kinder!)

Einen Pudding kochen und auskühlen lassen

  • 150 ml Sahne
  • 150 ml Milch
  • 100 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 30 g Puddingpulver

Unter den ausgekühlten Pudding 400 g Butter (beides Raumtemperatur) rühren und zu einer Butterkrem schlagen. Hier kann man einen Schluck Weinbrand rein machen wenn man mag.

Bei Butterkrem gilt auch: Langsam aufschlagen bringt mehr Geschmack!

Die Nüsse:

  • 300 g Walnussbruch
  • 50 g Kristallzucker
  • 25 g Butter

in einen Schaffen geben und unter ständigen umrühren bei kleiner Hitze rösten bis die Nüsse karamelisiert sind.

Abkühlen lassen.

Den Boden stürzen, vom Papier lösen. Die Butterkrem aufstreichen und mit dem Löffel marmorieren. Dann die Nüsse gleichmäßig verteilen.

Schokolade im Wasserbad auflösen und über den Kuchen spinnen.

Den Kuchen im Kühlschrank abgedeckt lagern. Schmeckt am Besten bei Raumtemperatur.

Viel Spaß beim nach backen!

Nusskuchenx

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Konsumbrot

Staubie hat mir geschrieben:

Hallo Bäcker Süpke.
Ich gehöre auch zu der fleißigen „selber-Brot-back“-Gemeinde. Jetzt wurde ich gefragt, ob ich nicht mal son „Ossi“-Brot von früher backen könnte, jenes, daß mal 51 Pfennig gekostet hat. Ich hab keine Ahnung, welches des sein könnte, oder was da drin war. Könnten Sie mir da vielleicht weiterhelfen?
Liebe Grüße
staubie

Na klar kann ich das!

Ich hätte natürlich nie gedacht, dass sich mal jemand nach dem Konsumbrot (sprich: Konnsumm) zurück sehnen könnte. Immerhin gab es da ja viel Spott dafür. Wie ein Lied mit dem Text:

…wieder einer Tod vom Konsumbrot…

ganz zu schweigen von dem abgewandeltem Werbeslogan:

Konsumbrot – Auf diese Steine können Sie bauen!

Wobei natürlich auch interessant ist, dass dieser Spruch ja aus einer West-Werbung ist. Da kann man mal sehen wie uns die West-Werbung im Osten geläufig war….

Dabei war der schlechte Ruf des Konsumbrotes gar nicht IMMER gerechtfertigt. Konsumbrot hieß es, weil es in einer der Bäckereien der Konsum Genossenschaften hergestellt wurde. Diese Bäckereien waren industrielle Großbäckereien und nötig um die Bevölkerung ausreichend mit Backwaren zu versorgen. Da es staatlich verordnete Preise für Backwaren gab, war das Bäckerhandwerk zusammen gebrochen. Man versuchte in den 80er Jahren durch Subventionen und Erleichterungen wieder mehr Handwerks- Bäckereien zu bekommen. Da man an dem Brot für 51 Pfennige bzw 93 Pfennig für das 3 Pfund als Bäcker nichts verdient hat, gab es die Brotprämie. Sie wurde am Ende des Jahres auf das verbackene Mehl (außer 405er) gezahlt. Ohne diese Prämie hatte es zur Wende gar keine eigenständigen Bäckereien mehr gegeben. Wieso haben dann die Bäcker überhaupt Brote und Brötchen gebacken? Weil sie sonst ihre Erlaubnis entzogen bekommen hätten. Die Folge dieser Politik war, dass es für die privaten Bauern (also jeder LPG Bauer hatte so ein bis 10 Schweine zu Hause) billiger war Brote zu verfüttern als Schrot. Das wurde dann auch genutzt. Eigentlich war es auch billiger die Schweine zu verkaufen und dann das Fleisch wieder vom Fleischer zurück zu kaufen.

Aber Heute gibt es immer noch so seltsame Subventionen.

Konsumbrot 1,2 kg Teig (1Stück)

  • Sauerteig
  • 50 g Anstellgut vom reifen Sauerteig
  • 200 g Roggenmehl 1150
  • 200 ml Wasser

Stehzeit: 22 h bei Raumtemperatur. Den Sauerteig beobachten, er muss garen. Am Besten etwas Mehl drauf, da sieht man schön wie er „aufreißt“ beim garen.

  • Teig:
  • 400 g reifer Sauerteig
  • 210 g Weizenmehl 812
  • 290 g Roggenmehl 1150
  • 14 g Salz
  • 295 ml Wasser

TT soll 28°C sein. Teigruhe mindestens 30 min. Schauen ob der Teig anspringt. Dann rund und lang wirken und in eine Brotform geben. Zwei mal quer schneiden.  Je nach dem wie der Teig gart 45-60 min garen lassen. Vor dem schieben abstreichen. Anbacken: 260°C (Umluftofen 230°C) Viel Dampf geben. Nach 1 min Zug ziehen. (also Dampf abzihen lassen) 45 min Gesamtbackzeit bei 220°C (Umluft 190°C) . (Besser wäre eine Stunde, aber sonst wird es kein Konsumbrot)

Viel Spaß beim ausprobieren!